Schaf

Schafe (Gattung der Böcke) haben von allen Hornträgern die weiteste Verbreitung. Es wurden annähernd 40 Formen beschrieben. Alle Schafe gelten heute als Rassen einer einzigen Art mit 2 Untergruppen:

  • dem eurasischen Mufflon (Wildschaf) und
  • dem nordamerikanischen Dickhornschaf,

da alle Angehörigen dieses Rassenkreises unbeschränkt miteinander kreuzbar sind und die Unterschiede nur auf verschiedener Körpergröße und Gehörn-Ausbildung der Männchen beruhen. Die Ziege ist das erste Nutztier der Menschheit und wurde wahrscheinlich vor 13.000 Jahren domestiziert. Schafe folgten vor mindestens 10.000 Jahren. Schafe und Ziegen zählen aufgrund ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zu den ältesten Nutztieren. Das Hausschaf entwickelte sich aus den eurasischen Wildschafrassen.

Weltbestand an Schafen in Millionen (1999)

Welt 1.000
Asien 378
Afrika 240
Ozeanien 166
Europäische Union 114
Südamerika 81
Zentralamerika und Karibik 7

Quelle: Entwicklungsländerstudien / hrsg. von Margarete Payer. / zusammengestellt von Alois Payer

Das Schaf hat sich wegen seiner großen Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten klimatischen und geografischen Bedingungen in den tropischen und subtropischen Regionen schnell verbreitet. In regenreichen Ländern sind häufiger Fleischschafe anzutreffen, in regenärmeren Wollschafe. Schafe sind genügsam. Sie können ohne großen Aufwand auf Steppen- und Buschgebieten, besonders auf Hochflächen, weiden.

Top Ten beim Weltbestand an Schafen in Millionen (1999)

China 127
Australien 120
Indien 58
Iran 53
Neuseeland 46
Großbritanien 44
Sudan 42
Pakistan 32
Türkei 30
Südafrika 30

Quelle: Entwicklungsländerstudien / hrsg. von Margarete Payer. / zusammengestellt von Alois Payer

Das männliche Tier heißt Bock, Widder oder Stär, nach Kastration spricht man von Hammel, Kappe oder Schöps; das weibliche Tier ist die Zippe (Mutterschaf) und das Jungtier bis zum Erreichen des vollen 1. Lebensjahrs das (Bock-, Zippen- oder Mutter-)Lamm. Das Alter erkennt man an der Bezahnung. Die Lebenserwartung hängt von der Abnutzung der Zähne ab, höchstens 10 bis 12 Jahre, im Durchschnitt bei Mutterschafen 5 bis 6 Jahre. Die europäische Schafzucht, besonders die in Deutschland, hat in neuerer Zeit stark an Bedeutung verloren.

Während das Schaf und viel mehr noch die Ziege, heute eher eine untergeordnete Rolle in der deutschen Landwirtschaft spielen, haben sie weltweit eine große wirtschaftliche Bedeutung. Schafe werden als Fleischlieferant und für die Produktion von Wolle genutzt. Daneben besteht auch ein Markt für die Milch der kleinen Wiederkäuer. Durch das Weiden auf Grünland verwerten Wiederkäuer aufgrund ihrer Eigenschaften für den Menschen nicht nutzbare Nährstoffe. Über Fleisch und Milch werden diese Nährstoffe für den Menschen verfügbar.

Bestand an Schafen in der Europäischen Union in Millionen (2019)

Vereinigtes Königreich 22.756,60
Spanien 15.478,62
Rumänien 10.358,70
Griechenland 8.427,00
Frankreich 7.105,00
Italien 7.000,88
Irland 3.809,37
Portugal 2.131,96
Albanien 1.758,33
Serbien 1.642,00
Deutschland 1.556,50
Bulgarien 1.280,98
Ungarn 1.061,00
Bosnien und Herzegowina 1.013,00

Quelle: Eurostat letzte Aktualisierung: 12.01.2021

Statistisches Bundesamt: „Der Schafbestand in Deutschland lag zum Erhebungsstichtag am 3. November 2020 bei rund 1,48 Millionen Schafen. Das ist ein Rückgang um 77 700 Tiere (- 5,0 %) im Vergleich zum November 2019. Seit dem 3. November 2018 ist der Bestand um 91 100 Schafe oder 5,8 % gesunken. Im Jahr 1900 dagegen betrug der Schafbestand in Deutschland 9,69 Millionen Tiere. Die Zahl der Betriebe mit Schafhaltung, wovon die größte Anzahl mit knapp 2000 in Bayern zu finden ist, nahm um 3,6 % auf rund 9 500 Betriebe ab.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, ist nach vorläufigen Ergebnissen der Schafbestandserhebung zum Stichtag 3. November 2020 die Zahl der Schafe gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent (-11.600 Tiere) auf 250.600 Tiere zurückgegangen. Es wurden rund 2.000 Betriebe gezählt, die Zahl der Schafhalter hat damit um 1,8 Prozent zugenommen. Im Durchschnitt hielten die Betriebe 124 Tiere, acht weniger als im Jahr zuvor.

Das Statistische Landesamt Baden Württemberg zählte Anfang November 207.600 Tiere. Diese verteilten sich auf insgesamt 1.200 Betriebe. Das sind 6.900 Schafe weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Damit hat der Bestand um 3,2 Prozent abgenommen. Nach den Angaben des Statistischen Landesamts war der Schafsbestand in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2011 noch nie so niedrig.

Heute gehen noch die Nomaden im Iran wie seit Urzeiten der Schafhaltung und -Aufzucht nach. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Obwohl sie nur 3-4% der Bevölkerung im Iran bilden, liegt die Viehwirtschaft noch zu einem erheblichen Teil in den Händen der Nomaden und Halbnomaden.

Die ausgesprochen guten Bedingungen, die im Iran zu finden sind und wie sie kaum ein anderes Land bietet, bringen besonders hochwertige Schafsdärme hervor. Mit einer Größe von 1.648.000 km² (im Vergleich: Deutschland 365.974 km²) ist der Iran ein Land, das die unterschiedlichsten Geländeformen, von satten grünen Wiesen bis hin zu Stein-, Sand- oder Salzwüsten, umfasst.

Gebirge und hoch liegende, wüstenhafte Beckenräume sind die beherrschenden Landschaftselemente. Iran ist auch ein Land klimatischer Gegensätze. Dort sind im Gegensatz zu Europa ganzjährig alle Klimazonen zu finden. Diese Voraussetzungen, sowie unverbrauchte Natur, aber auch raue Witterungsverhältnisse sind Grundlage für die freilebende Aufzucht von großen gesunden Schafherden.

Tiermehl sowie Kraftfutter werden nicht zugefüttert und sind im Iran unbekannt. Die islamische Religion untersagt die Gabe von Tiermehl, weil das Tier verunreinigt wird und für die Ernährung des Menschen nicht mehr verwendet werden darf. Aus diesen Gründen kann man die iranischen Schafsdärme als hochwertige Ökoprodukte bezeichnen, die frei von jeglichen Zusätzen sind.